
1996 fand in Zusammenarbeit mit der Genbank in Gatersleben und Bozica Papes-Mokos aus Zagreb eine Sammelreise in die Region um Zagreb, nach Slawonien und in die Sava-Auen statt, finanziert aus Spenden von ARCHE NOAH Mitgliedern. Nach dem Jugoslawienkrieg, der durch Flucht und Zerstörung wahrscheinlich bereits zu einem großen Verlust an Lokalsorten geführt hatte, versuchten nun internationale Saatgutfirmen mit ihren Sorten in den kroatischen Markt einzudringen. Die Gefahr bestand, dass die noch vorhandenen Lokalsorten und jugoslawischen Zuchtsorten dadurch verdrängt würden.
Auf der Sammelreise wurden zahlreiche Bekanntschaften mit kroatischen Bäuerinnen und Bauern, Gärtnerinnen und Gärtnern geschlossen, die freizügig Saatgut für die Erhaltungsarbeit abgaben und über ihre Nutzpflanzen erzählten. Das Saatgut von insgesamt 400 Herkünften wurde am Ende der Reise in drei Duplikate aufgeteilt und wird in Gatersleben und im ARCHE NOAH Sortenarchiv weiter erhalten, angebaut, gesichtet und beschrieben. Es finden sich darunter viele Sorten, die auch für den Anbau hierzulande bestens geeignet sind. Hauptziel ist aber, das Saatgut auch an kroatische Gärtner rückerstatten zu können, wenn das Interesse an den eigenen Lokalsorten wieder zurückkehrt.
ARCHE NOAH führte in den 1990er Jahren weitere Sammelreisen in Kooperation mit der Genbank des IPK Gatersleben nach Rumänien und in Niederösterreich durch.